Trainingsexperiment

9. Januar 2012

Bist du jemand, der es gewohnt ist, zu denken? Löst du Probleme, indem du klar strukturiert die Dinge analysierst oder gehst du eher intuitiv an die...

Bist du jemand, der es gewohnt ist, zu denken? Löst du Probleme, indem du klar strukturiert die Dinge analysierst oder gehst du eher intuitiv an die Sache heran? Findest du immer wieder neue Lösungswege oder bleibst du beharrlich bei deiner Strategie? Und: Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dein gewohntes Training zu durchbrechen und etwas anderes zu probieren? Wenn nicht, dann wird es möglicherweise Zeit dafür? Denn wer nicht hin und wieder andere Wege geht, der wird auch keinen besseren finden. Überlege daher, während du die folgenden Zeilen liest, ob es nicht zumindest einen Versuch wert wäre, dein Training etwas umzustellen.

Gerade die Winterzeit eignet sich hervorragend für eine Umstellung und das eine oder andere Trainingsexperiment. Du kannst dann nämlich noch immer rechtzeitig zu deinen bewährten bzw. gewohnten Methoden zurückkehren, falls du feststellst, dass dir das andere Training nicht sonderlich gut tut. Freilich macht es keinen Sinn, wenn du radikal vorgehst und von einem Tag auf den anderen alles anders machst. Beginne daher zunächst mit einem kleinen Schritt in eine andere Richtung. Du kannst beispielsweise deine Trainingsläufe in ein anderes Gelände verlegen. Viele Athleten laufen nie oder kaum auf hügeligem Terrain, im Extremfall immer nur auf ein und derselben Strecke. Eine Trainingsstreckenänderung kann in solchen Fällen Wunder wirken.

Eine andere Möglichkeit ist die Umstellung von Umfang auf Intensität oder umgekehrt. Hast du in den vergangenen Jahren hauptsächlich Umfang trainiert, versuche es in diesem Jahr mit mehr Intensität und einer Umfangreduktion. Warst du dagegen vorwiegend flott unterwegs, sammle ein paar Monate vermehrt Kilometer und bau dir eine solide Basis auf. Du benötigst dann nicht mehr so viel intensive Einheiten wie früher, sondern kommst auch mit wenigen in Form. Horche allerdings in beiden Fällen auf deinen Körper und seine Befindlichkeit. Im Falle von Schmerzen oder Beschwerden genauso wie bei Leistungsschwäche musst du sofort reagieren. Vor allem hohe Intensitäten können sehr schnell zu Überlastungen führen, überhaupt dann, wenn du sie nicht gewohnt bist.

Du kannst im Übrigen auch über die Wintermonate auf die Bahn wechseln und dort ein bis zwei Mal pro Woche deine Runden drehen. Bahntraining ist eine hervorragende Möglichkeit, wichtige Fähigkeiten wie z.B. Schnelligkeit zu trainieren. Je nach Bahnbelag könntest du auch Schuhe mit Spikes ausprobieren, was übrigens auch im Freien auf rutschigem oder leicht mit Schnee bedecktem Boden empfehlenswert ist. Deine Spikes brauchen allerdings aufmerksame Pflege, denn sie sind nicht für allzu viele Kilometer gemacht.

Neben den Variationen des Lauftrainings bestehen darüber hinaus auch noch andere Möglichkeiten. So kannst du beispielsweise einmal versuchen, ein leichtes Krafttraining in deinen Plan zu integrieren. Auch als Läufer brauchst du nämlich eine gestärkte Muskulatur. Sie schützt dich vor Verletzungen und sorgt für einen besseren Laufstil bzw. eine ordentliche Technik. Dein Krafttraining darf jedoch nicht zu einer Hypertrophie führen, denn dann musst du mehr Gewicht bewegen, was der Laufleistung nicht unbedingt zuträglich ist.

Solltest du angesichts solcher Veränderungen skeptisch geworden sein, hör dich bei deinen Laufkollegen um. Möglicherweise haben der eine oder andere schon gute Erfahrungen mit ähnlichen Dingen gemacht. Oder trau dich einfach. Wer nicht wagt, der gewinnt auch nicht.

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