Wettkampffieber

30. Januar 2012

Gerade noch haben wir unter den Weihnachtsbäumen gestanden und uns danach auf die Geschenke konzentriert. Kaum dass das Geschenkpapier entsorgt, die...

Gerade noch haben wir unter den Weihnachtsbäumen gestanden und uns danach auf die Geschenke konzentriert. Kaum dass das Geschenkpapier entsorgt, die Fichten und Tannen vom Schmuck befreit sind, ist der Januar auch schon wieder zu Ende. Für uns Läufer bedeutet dies in der Regel, dass wir bald am Start der ersten Wettkämpfe stehen werden. Zwar sind die Winterläufe mehr Wettkampfvorbereitung als ernst zu nehmender Leistungsvergleich, ein erster kleiner Hinweis auf die kommende Saison und die Konkurrenten liegt aber nach einem Vergleich mit der Konkurrenz dennoch nahe. Solltest du also schon den einen oder anderen Wettbewerb auf deinem Plan eingetragen haben, lies vor dem Start noch die folgenden Zeilen.

Im Winter ist das Laufen anders als im Frühjahr Sommer oder Herbst! Statt angenehmer Wärme und rutschfestem Boden, plagt man sich mit unzähligen Schichten an Kleidung, friert und quält sich mit jedem Schritt durch die eisige Kälte und öde, neblige Dunkelheit. Das ist natürlich auch beim Wettkampf nicht anders, weshalb ein winterlicher Bewerb etwas anderer Voraussetzungen bedarf als einer in der warmen Jahreszeit. Erwartungsgemäß wirst du in den Wintermonaten noch nicht in der Form sein, die du dir für die Hauptsaison wünschst. Das Grundlagentraining der Wintermonate hat dich wahrscheinlich langsamer gemacht, warum sich jeder schnelle Wettkampfkilometer sehr hart anfühlen wird. Du darfst dir also nicht allzu viel erwarten, was die Endzeit betrifft. Wer im Winter schon Bestzeiten läuft, wird im Sommer kaum noch brillantere Leistungen bringen, möglicherweise sogar um einiges langsamer sein.

Weil die flotten Kilometer folglich sehr hart sein werden, kannst du dem vorbeugen, indem du drei oder vier Wochen vor dem Bewerb mit schnelleren Metern beginnst. Ein leichtes Fahrtspiel mit jeweils 500 bis 1000 Meter eignet sich hervorragend zum Gewöhnen. Dazu kannst du allmählich auch mit leichten bis mittleren Intervallen beginnen. Ebenfalls gut sind Steigerungsläufe oder Sprints. Achte jedoch penibel darauf, dass du nicht zu viele schnelle Einheiten einplanst, denn ansonsten wirst du ziemlich bald überlastet sein und wieder unnötige Zeit mit der Erholung verbringen müssen. So mancher Sportler hat sich schon eine unangenehme Frühform oder Überlastung eingehandelt und musste die gesamte Laufsaison pausieren bzw. Niederlagen einstecken, weil er es nicht lassen konnte, Kilometer zu bolzen.

Nicht nur im Training, sondern auch beim Outfit ist im Winter anderes angesagt als in den Sommermonaten. Problematisch ist vor allem, dass du auch die passende Mischung findest. Hast du zu viel an, wird dir schnell heiß werden, was für einen Wettkampf nicht gerade vorteilhaft ist. Umgekehrt ist es nicht förderlich, wenn dir die Gliedmaßen einfrieren und du vor Kälte keinen runden Schritt auf den Asphalt bringst. Viele Läufer lassen sich jedoch davon täuschen, dass sie beim Einlaufen frieren und daraus den Schluss ziehen, zu wenig an zu haben. Anstatt sich vor dem Wettbewerb mehr anzuziehen und kurz vor dem Start sich der meisten Kleider zu entledigen, ziehen sie vor dem Start schnell doch noch etwas drüber. Nach ein paar hundert Metern hält man es jedoch kaum mehr aus in den nassen Klamotten.

Ein Laufbewerb im Winter ist also eine gute Sache, vorausgesetzt du betrachtest ihn als das was er ist: Eine gute Vorbereitung für die kommende Laufsaison. Wenn du allerdings schon ab Jänner oder Februar fast jedes Wochenende der Schnellste sein möchtest und läufst als ginge es um eine Platzierung bei den Olympischen Spielen, darfst du dich nicht wundern, wenn die Energie bald wieder verbraucht ist.

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